| Westfälische Nachrichten, 4.
November 2005
"Gewinner sind nicht zuletzt die
Bürger"
Nottuln bekam European Energy Award in Münster
-ul- Nottuln. "Der ist für
das Team," dankte Bürgermeister Peter Amadeus Schneider,
nachdem er den European Energy Award aus den Händen von
Wirtschaftsministerin Christa Thoben entgegengenommen hatte. Die
Vertreter von fünf Kommunen und deren Aktive der Lokalen Agenda
waren gestern zur Auszeichnungsveranstaltung in das münstersche
Rathaus geladen. Europaweit nahmen 300 Kommunen in acht Ländern
an diesem Wettbewerb teil. Bundesweit sind es 50 Kommunen, davon
kommen allein 36 aus NRW.
"Es gab Zeiten, da hieß es 'Je mehr Energie eine
Volkswirtschaft verbraucht, um so besser geht es ihr.' Das ist
heute glücklicherweise anders. Da gilt es, mit wenig Energie viel
zu erreichen," reflektierte Dr. Berthold Tillmann, Oberbürgermeister
der Stadt Münster, in seiner Begrüßung. "Sehen Sie den
Preis als energiepolitisches Abitur. Die Bestrebungen, Energie zu
sparen, sollten danach nicht aufhören."
Dass es keinen Trend der sinkenden Energiepreise geben wird,
machte Prof. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur
NRW, die den Energy Award auslobt, deutlich. Gesparte Energie ist
der am besten angelegte Euro. Den Energiebedarf reduzieren, den
Nutzungsgrad erhöhen und die Effizienz steigern, das ist der
richtige Weg.
Neben Nottuln erhielten auch Bottrop und Brakel (Kreis Höxter)
den European Energy Award in Silber. An Münster und Ostbevern
wurde der European Energy Award in Gold vergeben. Mit einem
sympathischen, kurzweiligen Porträt stellten sich die Preisträger
vor. Während auf die Großleinwand die schönsten Ecken,
Perspektiven und Veranstaltungen der jeweiligen Kommune projeziert
wurden, verschaffte ein Laudator den Zuhörern einen Einblick in
die Struktur und das Leben vor Ort.
Als Laudator für die Gemeinde Nottuln war Dr. Rolf Gerlach, Präsident
des Westfälisch-Lippischen Sparkassen- und Giroverbandes und seit
vielen Jahren in Nottuln wohnhaft, nach Münster gekommen. Er
freute sich über die Vielzahl von Projekten, die in Nottuln
angestoßen und verwirklicht worden sind.
"Armut lernt nicht nur beten, sondern auch nachdenken,"
antwortete Norbert Wallmann, Stadtdirektor a.D. von Bottrop, auf
die Frage von Moderator Tom Hegermann, warum in seiner Kommune
schon 1992 Energieuntersuchungen an städtischen Liegenschaften
vorgenommen wurden. Mit viel Humor garnierte der Pädagoge Aloys
Kleine Büning seine Laudatio für Ostbevern. "Wir haben bei
uns nur eine Ampel. Das ist schon mal der erste Punkt, an dem wir
sparen."
Die Vertreter aus Politik, Verwaltung und Bürgerschaft, die für
die Gemeinde Nottuln nach Münster gekommen waren, konnten sich über
den Gewinn des Awards freuen. Mit ausschlaggebend für die
Auszeichnung waren, dass die Gemeinde Dächer öffentlicher Gebäude
kostenfrei zur Installation von Solaranlagen zur Verfügung
stellt. Die Auslobung eines Klimaschutzpreises durch den Rat der
Gemeinde, mit dem nachahmenswerte Projekte zur nachhaltigen
Energieverwendung prämiert werden sollen, wirkte sich ebenfalls
positiv für den Award aus. Ebenso die Erarbeitung eines
energiepolitischen Leitbildes durch den Rat in Zusammenarbeit mit
der Lokalen Agenda.
"Gewinner sind aber nicht zuletzt die Bürgerinnen und Bürger.
Kommunen, die Energie einsparen, erwirtschaften so unter anderem
Mittel, die für andere wichtigere öffentliche Aufgaben
eingesetzt werden können," lobte die Ministerin Christa
Thoben abschließend alle Preisträger. |